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Drei Zahlenquellen, die Du längst hast

5. November 2026 · · 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Ein Liquiditätsplan besteht aus drei Zahlenquellen, die jeder Betrieb hat: Kontostand ohne Kreditlinie, offene Forderungen mit dem echten Zahltag und alle Auszahlungen inklusive Umsatzsteuer – ein Konto kennt kein Netto.

Ein Liquiditätsplan braucht keine Schätzungen aus der Luft. Er besteht aus drei Quellen, die Du längst hast.

Quelle eins: der Kontostand von heute. Alle Konten, jeder Cent. Und eine Regel, die viele überrascht: Deine Kreditlinie zählt nicht als Geld. Sie ist eine Reserve, die Du nur gegen Zinsen bekommst – schreib sie daneben, nicht hinein.

Quelle zwei: Deine offenen Forderungen. Die Liste liefert Dir Deine Rechnungssoftware oder Dein Steuerberater. Entscheidend ist nicht das Zahlungsziel auf der Rechnung, sondern der Tag, an dem das Geld wirklich kommt. Wenn Deine Kunden das Ziel regelmäßig überschreiten, plan mit dem echten Datum – nicht mit dem gewünschten. Aufträge in Arbeit nimmst Du nur auf, wenn Du ehrlich sagen kannst, in welcher Woche die Rechnung rausgeht, plus die Zeit, die der Kunde zum Zahlen braucht. Im Zweifel eine Woche drauflegen.

Quelle drei: Deine Auszahlungen. Zwei Teile: die offenen Lieferantenrechnungen und die festen Termine ohne Rechnung – Löhne, Sozialversicherung, Umsatzsteuer, Miete, Leasing, Darlehensraten, Versicherungen. Damit Du nichts vergisst, nimm die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate und markier jede Abbuchung, die nicht monatlich kommt: Berufsgenossenschaft, Wartungen, Lizenzen, Jahresbeiträge. Die lassen sich auf die Woche genau festmachen.

Und dann der Fehler, der fast jedem passiert: Du planst mit Nettozahlen. Dein Konto kennt kein Netto. Der Kunde zahlt brutto, Du bezahlst brutto, und die Umsatzsteuer führst Du ab, sobald die Rechnung geschrieben ist – nicht, wenn das Geld da ist. Wer netto plant, hat die größte Abbuchung des Monats nicht im Plan.

Wenn Du die Zahlen nicht selbst zusammenbekommst: Ruf Deinen Steuerberater an. Das ist Teil seines Jobs. Was dabei entsteht, ist die Grundlage der 13-Wochen-Liquiditätsvorschau – und die ist schneller aufgebaut, als die meisten denken.

Dein Konto kennt kein Netto. Dein Plan darf es auch nicht.

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