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Die Konfliktprobe: Finde heraus, ob Du wirklich ein Leitbild hast

5. Februar 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Hier ist ein Test, den Du morgen umsetzen kannst – ohne Projekt, ohne Workshop, ohne Beraterromantik: die Konfliktprobe. Sie funktioniert, egal ob Dein Leitbild bisher nur in Deinem Kopf existiert oder gerahmt an der Wand hängt.

Schritt eins: Schreib zehn echte Konfliktsituationen auf, die in Deinem Unternehmen regelmäßig für Reibung sorgen. Preisnachlass ja oder nein. Reklamation – Kulanz oder Regel? Der geforderte Termin ist unrealistisch. Ein Bewerber ist fachlich top, aber menschlich schwierig. Ein Kunde passt nicht. Ein Fehler passiert – verstecken oder offenlegen?

Schritt zwei: Ruf Dein Team zusammen, hau die zehn Fälle auf den Tisch und lass jeweils eine Person entscheiden – mit Begründung: „Wir würden das so machen, und zwar weil…"

Und jetzt hör genau hin. Wird die Antwort schwammig, ausschweifend oder kommt eine Worthülse wie „ja, weil Kundenorientierung…", dann ist das Dein Signal: Du hast kein Leitbild. Jeder entscheidet, wie es ihm gerade einfällt – und deshalb landen all diese Fragen am Ende bei Dir.

Das Schöne an der Übung: Sie deckt nicht nur auf, sie baut auch. Machst Du die Konfliktprobe häufiger, sammelst Du die Begründungen – und daraus kristallisiert sich das gelebte Leitbild heraus. Das dauert ein bisschen, aber es hilft. Danach kannst Du vergleichen: Stimmt das, was ihr tatsächlich lebt, mit dem überein, was an der Wand steht? Ein Leitbild ist dann gut, wenn es Dir Entscheidungen abnimmt – nicht, wenn es Applaus bringt.

Ob Du ein Leitbild hast, entscheidet nicht das Papier an der Wand. Es entscheidet die Antwort Deines Teams auf den nächsten Streitfall.

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