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Die zwei Sätze, die Unternehmen töten

8. April 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Es gibt zwei Sätze, für die ich gern jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wenn ich sie gehört habe: „Bevor ich Dir das erkläre, mache ich es selber." Und: „Wenn Du willst, dass es funktioniert, mach es selber."

Beide klingen nach Pragmatismus. In Wahrheit sind sie der Anfang vom Ende – das sind genau die Sätze, die Unternehmen töten.

Wie es dazu kommt, nenne ich den Teufelskreis der Delegation. Du stellst jemanden ein, der Dir den Rücken freihalten soll. Der macht die Sachen aber ganz anders als Du – nicht schlechter, anders. Und Du hast ihm nie gesagt, wie er sie machen soll, weil Du es nie aufgeschrieben hast. Es gibt zwar ein System in Deinem Betrieb, aber es existiert nur in Deinem Kopf: Das System bist Du. Also machen Deine Leute die Dinge so, wie sie es nach bestem Wissen und Gewissen für richtig halten – und nie so, wie Du es gern hättest. Was machst Du? Du rennst los und machst es lieber selber. Und beim nächsten Mal wieder.

Versteh mich nicht falsch: Eine One-Man-Show zu betreiben ist absolut ehrenhaft und in Ordnung. Wenn Du aber wachsen willst, wenn Du Mitarbeiter haben willst, dann führen diese beiden Sätze geradewegs in ein Unternehmen, das ohne Dich keinen einzigen Tag läuft – und damit in den Verlust der Steuerbarkeit.

Der Ausweg ist unbequem einfach: Schreib auf, was in Deinem Kopf ist. Mach Dein Wissen zum Unternehmenswissen – Wiki, Handbuch oder Zettel, völlig egal. Denn nur das, was aufgeschrieben ist, existiert.

Jedes „Das mache ich schnell selber" spart Dir heute zehn Minuten – und baut an dem Gefängnis, aus dem Du morgen nicht mehr herauskommst.

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