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Die Zehn-Minuten-Rechnung: Was schlechte Prozesse Dich wirklich kosten

8. Oktober 2025 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Warum steht Prozessmanagement in so vielen kleinen und mittleren Unternehmen nicht auf der Agenda? Weil das Problembewusstsein fehlt. Und das fehlt aus einem einfachen Grund: Die Kosten schlechter Prozesse tauchen in Deiner betriebswirtschaftlichen Auswertung nicht auf. Es gibt keine Zeile „Kosten durch schlechte Prozesse". Sie verstecken sich – in der Personalkostenquote oder in Zahlen, die gar nicht in der BWA stehen, etwa darin, dass Aufträge länger dauern, als sie kalkuliert waren.

Deshalb rechne ich es Dir vor, so wie ich es mit jedem Mandanten mache.

Stell Dir vor, jeder Deiner Mitarbeiter verschwendet am Tag zehn Minuten durch schlechte Prozesse: die Liste suchen, die keiner findet, der Gang zum Drucker am anderen Flurende, die dritte Nachfrage, weil niemand weiß, wer zuständig ist.

  • Bei fünf Mitarbeitern und rund 250 Arbeitstagen im Jahr kommen so 187 verschwendete Jahresarbeitsstunden zusammen.
  • Das ist ein Mitarbeiter, der einen ganzen Monat lang nichts anderes tut, als Zeit zu verlieren.
  • In Geld: fast viertausend Euro – wohlgemerkt reine Gehaltskosten. Dass in dieser Zeit auch nichts Produktives entsteht, ist da noch gar nicht eingerechnet.

Bei zehn Mitarbeitern verdoppelt sich die Rechnung. Wie sie weitergeht, kannst Du Dir selbst ausrechnen – das ist keine Raketentechnik.

Und jetzt die unbequeme Wahrheit: Zehn Minuten sind geschmeichelt. Das ist die Rechnung zum Anfüttern. Nach meiner Erfahrung reden wir in den meisten Betrieben nicht über Minuten, sondern über Stunden.

Schlechte Prozesse stehen in keiner BWA. Bezahlen musst Du sie trotzdem – jeden einzelnen Tag.

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