Blog
Deine Zahlen sind nicht fürs Finanzamt
Wofür sind die Zahlen eigentlich, die Dein Steuerberater jeden Monat aus Deinen Belegen zusammenbrät? Fürs Finanzamt? Für die Bank? Nein. Die Zahlen sind für Dich. Sie sind dafür da, dass Du Dein Unternehmen steuern kannst. „To control" heißt im Englischen steuern, nicht kontrollieren – Dein Zahlenwerk ist ein Steuerungsinstrument. Denn Krise heißt Verlust der Steuerbarkeit, und wer seine Zahlen nicht liest, gibt die Steuerung freiwillig ab.
Der Kreislauf ist immer derselbe: Aus Deiner Strategie kommen Entscheidungen. Jede Entscheidung führt zu einer Aktion – Du kaufst, Du verkaufst. Jede Aktion führt zu einem Beleg. Die Belege führen zur Buchhaltung, die Buchhaltung liefert die Zahlen. Und wenn Du die Zahlen liest, triffst Du bessere Entscheidungen – und alles beginnt von vorn. So erkennst Du, ob Deine Entscheidungen dahin führen, wo sie hinführen sollen. Wenn die Summe der Entscheidungen falsch läuft, musst Du eine Etage höher: die Strategie anpassen.
Der Klassiker, der genau das verfehlt: Die Liquidität geht aus, also „brauche ich einen Kredit". Damit beseitigst Du vielleicht einen Zahlungsengpass – aber nur das Symptom, nicht die Mängel in der Strategie.
Und Dein Bauchgefühl? Darf es geben, muss es sogar. Aber Du musst es mit den Zahlen abgleichen – und aus vielen Jahren Beratung kann ich Dir sagen: Die meisten Unternehmer machen sich etwas vor. „Ich überweise mir doch nur dreitausend Euro im Monat." Kann sein. Dazu kommen Krankenkasse, Lebensversicherung, Unfallversicherung, Steuerzahlungen – und plötzlich stehst Du bei zehntausend Euro Privatentnahmen und wunderst Dich über das leere Konto.
Die Zahlen sind nicht fürs Finanzamt. Sie sind das Lenkrad Deines Unternehmens.
Rosenbaum