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Wenn Du die Radnabe bist, ist Dein Unternehmen nichts wert

30. Juli 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Zwei Vorgänge aus einer einzigen Woche meiner Beratungspraxis.

Erstens: die Bank. Ein Unternehmer bekommt keinen Kredit. Nicht, weil die Zahlen schlecht wären – sondern weil die Bank erkannt hat, dass ohne ihn das gesamte Unternehmen zusammenbricht. Ihre Logik: Wenn Sie ausfallen, funktioniert der Laden nicht, und dann ist unser Kredit gefährdet. Das Ausfallrisiko ist uns zu groß. Das ist inzwischen ein hartes Rating-Kriterium: Funktioniert das Unternehmen noch, wenn der Inhaber ausfällt? Wer klagt „Meine Bank gibt mir kein Geld", sollte auch hier nach den Gründen suchen.

Zweitens: der Verkauf. Stell Dir vor, Du willst Dein Unternehmen veräußern – und wenn Du weg bist, ist das gesamte Know-how weg. Was bitte kaufe ich da als Käufer? Ich müsste ja Dich kaufen. Und dann müsstest Du neunzig Stunden die Woche für mich arbeiten – genau das, was Du mit dem Verkauf beenden wolltest.

Stell Dir Dein Unternehmen wie ein Rad vor, und Du bist die Radnabe. Ziehst Du die Nabe heraus, plumpsen die Speichen weg, und das Rad bricht in sich zusammen. Wenn Du diese Funktion hast, hat das, was Du verkaufst, keinen Wert.

Deshalb ist „ohne mich läuft hier nichts" kein Kompliment, das Dein Betrieb Dir macht. Es ist ein Risiko mit Preisschild: Es kostet Dich Kreditwürdigkeit heute und Kaufpreis morgen. Die Gegenmaßnahme heißt Operating Model – das System, das Du baust, damit Du selbst an Wichtigkeit verlierst.

Deine Unverzichtbarkeit ist keine Stärke Deines Unternehmens. Sie ist sein größter Konstruktionsfehler – und Banken und Käufer haben das längst verstanden.

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