Blog

Die vier Verteidigungslinien des Unternehmers

29. April 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Insolvenzberater sind typische Schmerzdienstleister: Die Leute kommen, wenn es wehtut – nicht, weil es strategisch sinnvoll ist. Dabei ist das Präventionspaket überschaubar. Fachanwalt Claudius Finkbeiner gibt Unternehmern vier Verteidigungslinien mit auf den Weg, die Du aufbaust, solange es Dir gut geht:

  1. Das Frühwarnsystem. Der tollste operative Betrieb bringt Dir nichts, wenn Du keine Ahnung hast, wo Du wirtschaftlich stehst. Liquiditätsplan statt Blick in die Kasse.
  1. Die D&O-Versicherung für GmbH-Geschäftsführer. Sie ist nicht teuer, sichert ein großes Risiko ab und übernimmt nicht nur die Deckung, sondern auch die Abwehr – also die Anwaltskosten für Deine Verteidigung gegen Vorwürfe. Verlass Dich beim Abschluss nicht allein auf den Makler: Lass Profis prüfen, ob die Police Dein tatsächliches Risiko abdeckt. Und schließ sie ab, solange Du keine Probleme hast – sonst bekommst Du keine mehr oder nur eine teure.
  1. Die Struktur im Unternehmen. Wenn Du Dir ein bisschen Bürokratie leisten kannst: Trenne die operative Betriebsgesellschaft, in der die Risiken stecken, von einer Besitzgesellschaft, die die Vermögenswerte hält. Für den Dienstleister mit ein paar Schreibtischen sinnfrei – eine eigene Betriebsimmobilie gehört aber separiert.
  1. Die private Vermögensstruktur. Gütertrennung, Ehevertrag – und der unternehmerisch tätige Partner wird nicht Miteigentümer der privaten Immobilie. Sehr vorausschauende Unternehmer regeln das. Die meisten nicht, denn Statistik sind immer die anderen.

Diese vier Linien machen Dich nicht zum besseren Unternehmer. Aber sie lassen Dich ruhiger schlafen und mit Bedacht entscheiden, weil Du unter Druck nicht kopflos wirst, sondern sagen kannst: Auf diesen Fall bin ich vorbereitet.

Die vier Verteidigungslinien machen Dich nicht zum besseren Unternehmer – aber zu einem, der in der Krise nicht kopflos wird.

Teilen:

Alle Beiträge