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Stundenlohn: ein Euro vierzig

15. April 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Rechnen wir Deinen Arbeitsplatz einmal ehrlich nach. Du arbeitest fünfzig bis sechzig Stunden die Woche – laut Statistik rund zehn Stunden mehr als Deine Angestellten. Wahrscheinlich ist es noch mehr: Du arbeitest abends im Kopf weiter, wachst nachts auf und denkst an die offenen Rechnungen, guckst am Wochenende in die E-Mails, und auf jedem Geburtstag bist Du zack im Akquisegespräch. Wenn es richtig gut läuft, arbeitet auch noch Deine Familie umsonst mit – die Kinder fegen den Hof, der Ehepartner klebt die Belege für den Steuerberater zusammen. Gang und gäbe in so vielen deutschen Unternehmen.

Die spannende Frage: Was hast Du da eigentlich geschaffen?

Ein Unternehmen jedenfalls nicht. Du hast Dir den schlechtest bezahlten Job der Welt gebaut:

  • Du kannst nicht kündigen.
  • Du kannst nicht in Urlaub.
  • Du machst massenhaft unbezahlte Überstunden.
  • Wenn Du krank bist, bekommst Du gar kein Geld.

Und wenn Du dann in Deine betriebswirtschaftliche Auswertung schaust und den Gewinn auf Deine tatsächlichen Stunden umlegst, landest Du wahrscheinlich bei einem Stundenlohn von einem Euro vierzig. Das ist der mieseste Job, den Du haben kannst – und Du hast ihn Dir selbst gebaut.

Der Satz, den Du Dir merken solltest, lautet: Wenn Dein Unternehmen von Dir abhängt, hast Du kein Unternehmen – Du hast einen schlecht bezahlten Job. Ein Unternehmen ist erst dann eins, wenn es als System auch ohne Dich läuft: mit Menschen, Prozessen und Produkten, die nicht alle in Deinem Kopf wohnen.

Den schlechtest bezahlten Job der Welt hat Dir niemand angetan. Du hast ihn Dir selbst gebaut – also kannst Du ihn auch selbst in ein Unternehmen umbauen.

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