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Eine Strategie im Kopf ist keine Strategie

23. Juli 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

In meinen Beratungen stelle ich immer wieder dieselbe Frage: „Haben Sie eine Strategie?" – „Ja, habe ich." – „Kann ich sie sehen?" – „Nein, können Sie nicht."

Dann gilt: Was nicht aufgeschrieben ist, existiert nicht. Eine Strategie, die nur in Deinem Kopf existiert, ist keine Strategie – das ist ein Gefühl. Und mit Gefühl kannst Du nicht steuern. Du kannst es nicht prüfen und nicht weitergeben. Solange Dein Ziel ein diffuses Bild ist mit dem Zeitrahmen „machen wir irgendwann mal", kannst Du nie sagen, ob Du auf Kurs bist.

Also: aufs Papier. Das schaffst Du noch in dieser Woche, in drei Schritten.

  1. Block Dir neunzig Minuten im Kalender. Ein Termin mit Dir selbst, kein anderer ist dabei, und er wird nicht verschoben. Verlass das Büro, damit niemand an die Tür klopft.
  2. Beantworte drei Fragen. Nicht zwanzig – drei. Für wen ist mein Unternehmen in drei Jahren unverzichtbar, und für wen bewusst nicht? Welchen Nutzen liefere ich besser als jeder Wettbewerber? Und was ist der eine nächste Schritt, den ich in den nächsten neunzig Tagen gehe, um genau dahin zu kommen? Keiner liest das außer Dir.
  3. Dampf die Antworten auf genau drei Sätze ein. Kein achtzigseitiges Papier – drei ehrliche Sätze auf einer halben Seite. Die kannst Du prüfen, die kannst Du weitergeben, an denen können auch andere erkennen, wohin Du willst.

Ein Umsatzziel ersetzt das übrigens nicht. „Zehn Prozent mehr als letztes Jahr" ist keine Strategie, das ist nur eine Zahl. Die strategische Frage lautet nicht wie viel, sondern wohin und wofür.

Eine Strategie im Kopf ist ein Gefühl. Erst auf dem Papier kannst Du mit ihr steuern.

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