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Steuerbarkeit verlierst Du nicht an einem Tag
Krise heißt Verlust der Steuerbarkeit. Das Komplizierte daran: Du verlierst die Steuerbarkeit nicht an einem Tag. Du kannst nicht sagen: Heute, Donnerstag, zwölf Uhr, habe ich sie verloren. Es passiert häppchenweise, Stück für Stück – und jeder einzelne Schritt fühlt sich so normal an, dass Du glaubst, das sei normal. Ist es nicht.
Drei Signale, die Du ernst nehmen solltest:
- Du löschst Buschbrände mit dem Sandschäufelchen. Kaum hast Du den Sand auf das eine Feuer gekippt, brennt es an der nächsten Stelle. Wer nur noch von Brand zu Brand hetzt, ist komplett aus der Steuerung raus.
- Du sagst: „Das mache ich schnell selber, erklären dauert länger." Du solltest die Zeit haben, Deinen Leuten eine Sache zwei-, dreimal zu erklären – damit Du sie danach nie wieder selbst machen musst. Fehlt Dir dafür die Zeit oder die Lust, stimmt etwas nicht.
- Die Auswertung vom Steuerberater bleibt ungelesen liegen. „Gucke ich mir später an" darf mal passieren. Als Dauerzustand heißt es: Du steckst viel zu tief im Tagesgeschäft und viel zu wenig in der Strategie.
Und dann mach den Kundenlisten-Test: Markiere grün, wer zu Deinem Wunschkunden passt, und rot, wen Du am liebsten los wärst. Scroll durch und schau, welche Farbe überwiegt. Du wirst überrascht sein.
Das Problem ist nie die einzelne Entscheidung – die kann es immer geben. Das Problem ist das Muster, das sich aus vielen Entscheidungen ergibt: Ich tue nicht das, was ich eigentlich tun sollte und früher einmal wollte.
Steuerbarkeit verlierst Du nicht an einem Tag. Du verlierst sie an vielen Tagen, die sich alle normal anfühlen.
Rosenbaum