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Formuliere jedes Problem in eine Frage um
Wenn ich in meiner Reflexion ein Problem identifiziert habe, mache ich damit immer dasselbe: Ich formuliere es in eine Frage um.
Ein Beispiel aus meiner eigenen Kanzlei: „Im letzten Jahr ist der Mandatsaufnahmeprozess permanent falsch gelaufen." Das ist ein Problem – und es fühlt sich genauso an. Dieselbe Sache als Frage: „Was kann ich in Zukunft tun, damit der Mandatsaufnahmeprozess besser läuft?"
Der Unterschied ist nicht kosmetisch, er ist psychologisch. Beim Problem bleibst Du im Ärger stecken. Bei der Frage gerätst Du sofort und automatisch in den Lösungsmodus – Dein Gehirn fängt an, sich mit der Lösung zu beschäftigen statt mit dem Problem. Gegen diesen Automatismus kannst Du Dich im Zweifel gar nicht wehren.
Und wenn Dir schon beim Formulieren der Frage eine Lösung in den Kopf schießt: sofort zum Stift greifen und aufschreiben, damit der Gedanke nicht verloren geht. Er ist meistens gar nicht schlecht. In der Unternehmensberatung arbeiten wir mit einem verwandten Prinzip: Wir treffen zu einem Problem eine Annahme und versuchen dann, sie zu falsifizieren – herauszufinden, warum sie falsch ist. Häufig ist der erste Aspekt, der innerhalb von zehn Sekunden kommt, bereits die Lösung. So näherst Du Dich einem Thema, ohne erst tagelang zu recherchieren, was das Problem sein könnte.
Geh also Deine Liste durch – alles, was Dich nervt, was schiefläuft, was Du anders haben willst – und verwandle jeden Eintrag in eine Frage, die mit „Was kann ich tun, damit…" beginnt.
Ein Problem beschreibt, warum Du feststeckst. Eine Frage beschreibt, wie Du da rauskommst.
Rosenbaum