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Dein neuer Mitarbeiter sieht, was Du nicht mehr siehst

5. März 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Wenn ein neuer Mitarbeiter anfängt, fragt jeder Chef irgendwann sein Team: „Wie macht der Neue sich?" Die bessere Frage stellt kaum einer – nämlich an den Neuen selbst: „Was läuft bei uns schief? Was können wir besser machen?"

Feedback funktioniert in zwei Richtungen, nicht nur in eine. Bei mir ist das Standard, mit zwei einfachen Werkzeugen: Der Pate, der den Neuen begleitet, schreibt die Fragen auf, die ihm gestellt werden. Und der Neue schreibt auf, welche Unklarheiten beim Eintritt bestanden haben. Warum? Weil wir unseren Onboarding-Prozess damit bei jedem Durchlauf weiter verbessern können. Zwei Notizzettel – das ist das ganze System.

Das hilft gegen Betriebsblindheit. Denn Du kannst so einen Prozess nicht im Trockendock perfektionieren; er muss sich in der Praxis verbessern. Und niemand sieht die Lücken darin so klar wie der Mensch, der gerade selbst hindurchläuft.

Der Gedanke reicht über das Onboarding hinaus. Wenn bei uns in der Steuerberatung jemand anfängt, frage ich immer: Wie habt ihr das in Deinen bisherigen Betrieben gemacht? Wie seid ihr in der Buchhaltung vorgegangen? Gibt es einen Prozess, bei dem Du sagst: Bei euch hakelt das – wir haben das so und so gelöst, wollen wir das hier nicht auch so machen? Dein neuer Mitarbeiter bringt kostenlos mit, wofür Du sonst einen Berater bezahlst: den Blick von außen auf Deine Abläufe. Das sollte zum Standard gehören – denn das Bessere ist immer der Feind des Guten.

Dein neuer Mitarbeiter ist der letzte Mensch im Betrieb, der Deine Fehler noch sehen kann. Frag ihn, bevor er sich an sie gewöhnt hat.

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