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Krise ist kein Zeitpunkt. Krise ist eine Kette.

17. Juni 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Du wachst nicht morgens auf, reibst Dir die Augen und bist insolvent. Das passiert nicht. In all den Jahren meiner Arbeit habe ich genau zwei Fälle erlebt, in denen ein Unternehmen quasi über Nacht gekippt ist – einmal durch ein böses Gerücht, einmal durch einen Produkthaftungsfall mit kompletter Chargen-Rücknahme. Der Regelfall sieht anders aus: Man kann drei, vier, fünf Jahre vorher sehen, dass ein Unternehmen auf dem Weg in die Insolvenz ist.

Denn Insolvenz ist kein Zeitpunkt. Sie ist eine Zustandsveränderung Deines Unternehmens – und die läuft in fünf Stadien ab. Stell sie Dir als Linie vor:

Geschäftsmodell – Strategie – Rentabilität – Liquidität – Insolvenz.

Die Kette liest sich so: Ein Geschäftsmodell, das nicht funktioniert, lässt die schönste Strategie ins Leere laufen. Eine falsche oder falsch umgesetzte Strategie führt zu mangelnder Rentabilität – das Unternehmen verdient nicht genug Gewinn. Zu wenig Gewinn führt irgendwann zu zu wenig Liquidität. Und fehlende Liquidität ist nicht der Anfang der Krise, sondern ihr Ende: Zahlungsunfähigkeit heißt Insolvenz. Deshalb ist Cash die wichtigste Kennzahl Deines Unternehmens – sie entscheidet über die Insolvenz. Aber sie entsteht ganz links in der Kette.

Das ist die eigentlich gute Nachricht: Je weiter links Du ansetzt, desto mehr Zeit hast Du. Eine Rentabilitätskrise kündigt sich über zwei bis drei Jahre an. Wer dort handelt, muss nie über Liquidität reden.

Also, sei ehrlich zu Dir: Wo auf dieser Linie steht Dein Unternehmen gerade?

Die Insolvenz ist nicht der Anfang Deiner Krise. Sie ist das Ende einer Kette, die Du Jahre vorher hättest sehen können.

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