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Dein Kontostand ist kein Cockpit
Wie steuerst Du eigentlich Dein Unternehmen? Wenn Du ehrlich bist, lautet die Antwort vielleicht wie bei vielen Inhabern: mit Kontostand und Bauchgefühl.
Morgens einmal Online-Banking aufmachen. Ist genug Geld auf dem Konto? Hat der Kunde immer noch nicht bezahlt? Kann ich die Überweisung auslösen, auf die der Lieferant seit drei Wochen wartet? Der Bankbestand ist Dein Cockpit. Das Problem: Die Liquidität ist das Ende der Krise, nicht der Anfang. Wenn Dein Kontostand nicht mehr das zeigt, was er sollte, bist Du nicht kurz vor der Krise – Du bist mittendrin.
Und das Bauchgefühl? Nichts dagegen. Du kennst Deine Kunden, Deinen Betrieb, Deine Branche – das Bauchgefühl eines erfahrenen Inhabers ist oft erstaunlich treffsicher. Aber es hat zwei eingebaute Schwächen.
Erstens: Es meldet sich zu spät. Bauchgefühl ist ein Ge-Fühl – es schlägt erst an, wenn das Problem fühlbar ist. Und wenn Du ein Problem fühlst, ist es schon da.
Zweitens: Es lässt sich täuschen. Volle Auftragsbücher fühlen sich toll an. Ein voller Terminkalender fühlt sich nach Erfolg an – viel los, viel zu tun, das Unternehmen scheint zu brummen. Muss es aber nicht.
Deshalb die Frage: Triffst Du Deine Entscheidungen auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten – oder nach dem Motto „passt schon"? Wenn es mehr Gefühl ist, geht das bis zu einer bestimmten Betriebsgröße gut. Ab da nicht mehr. Dann brauchst Du Instrumente, die Dir zeigen, wo Du wirklich bist – nicht, wo Du glaubst zu sein.
Dein Kontostand meldet die Krise nicht an – er bestätigt sie nur.
Rosenbaum