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Fleiß ohne Richtung führt trotzdem in die Krise

16. Juli 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Eine Unternehmenskrise hat nicht zwingend etwas mit mangelndem Fleiß zu tun. Betriebe geraten in Schwierigkeiten, nicht weil zu wenig los war – sondern weil zu viel Falsches los war. Weil niemand entschieden hat, wohin die Reise geht.

Der Unterschied steckt in zwei Sätzen: Effektivität heißt, die richtigen Dinge zu tun. Effizienz heißt, die Dinge richtig zu tun. Klingt nach Wortklauberei, entscheidet aber über Dein Unternehmen – denn Du musst die richtigen Dinge tun, nicht nur die Dinge richtig.

Die meisten Inhaber, mit denen ich arbeite, sind Weltmeister der Effizienz. Sie arbeiten schnell, sauber, diszipliniert, sie packen an, sie machen, sie tun. Ginge es nur ums richtige Tun der Dinge, hätten wir längst eine Goldmedaille. Das ist eine große Stärke – mit einem Haken: Effizienz in den falschen Dingen bringt Dich ans falsche Ziel.

Wenn Du mit hundert Stundenkilometern in die falsche Richtung fährst, kommst Du schnell voran – nur eben in die falsche Richtung. Und dann arbeitet genau das gegen Dich, was Du am besten kannst: Dein Tempo, Deine Disziplin, Dein Handwerk. Wer auf eine Klippe zufährt, ist langsam besser dran als schnell.

Deshalb ist Strategie die erste der drei Säulen der Steuerbarkeit – vor Operating Model und Controlling. Erst die Richtung, dann das Tempo. Die Frage ist also nicht, ob Du hart genug arbeitest. Die Frage ist, ob in Deinem Betrieb irgendjemand entschieden hat, wofür.

Je besser Du in Deiner Facharbeit bist, desto schneller fährst Du vor die Wand – wenn die Richtung nicht stimmt.

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