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Ein Organigramm ist am Anfang immer menschenleer

25. März 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Als ich meine Steuerberatungskanzlei gründete, habe ich drei Dinge getan: Haftpflichtversicherung abgeschlossen, bei der Kammer angemeldet – und ein Organigramm aufgemalt. Auf DIN A3, weil eine Kanzlei viele Funktionen hat. Das Lustige daran: In jedem Kästchen stand exakt ein Name. Meiner. Ich hatte die Struktur einer Großkanzlei – und war allein.

Genau das war richtig. Weil die Struktur stand, konnte ich sie nach und nach mit Köpfen füllen – sinnhaft und mit Plan. Erst das hat das schnelle Wachstum möglich gemacht, das danach kam. Ohne diese Struktur wäre ich bei dem Tempo im Chaos gelandet.

Daraus folgt die wichtigste Regel für Dein Organigramm: Struktur vor Menschen. Ein Organigramm ist beim Aufstellen immer – immer! – menschenleer. Es geht nicht darum, Namen hinzuschreiben und mit Pfeilen zu verbinden. Es geht darum, die Funktionen zu benennen, die Dein Unternehmen braucht, damit es läuft: Einkauf, Lager, Versand, Finanzen, Marketing – alles, was getan werden muss. Wie viele Leute bei Dir arbeiten, spielt an dieser Stelle keine Rolle. Nur die Tätigkeiten zählen.

Denn ein Organigramm ist nicht das Ergebnis von Struktur – es ist der Beginn von Struktur. Und aus der Praxis: Es ist viel leichter, allein oder klein die komplette Struktur vorzudenken, als später vierzig Leute nachträglich in eine Ordnung zu pressen. Wer die Struktur vor dem Wachstum malt, wächst in sie hinein statt ins Chaos.

Schreib erst die Funktionen auf, dann die Namen – wer es andersherum macht, malt kein Organigramm, sondern nur ein Foto seines Chaos.

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