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Du bist nicht der Kümmerer

16. Oktober 2025 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Meine Moderatorin Birgit hat es in Folge 3 offen ausgesprochen, stellvertretend für viele: Die Beratung ist gelaufen, die Vorschläge liegen auf dem Tisch – und dann hängt die Umsetzung wieder am Unternehmer, dessen Flaschenhals zu eng ist. Alles ist besprochen, nichts passiert. Das ist der Klassiker.

Und dann gilt ein unbequemer Satz: Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Wenn der Unternehmer das Problem ist, dann ist der Unternehmer das Problem.

Die Konsequenz daraus ist einfach: Du bist nicht der Kümmerer für das Prozessmanagement. Das macht bitte ein Mitarbeiter. Deine Leute sind an der Front, sie spüren jeden Tag, wo es hakt – Du rennst nur noch durch die Bude.

Wen nimmst Du? Das hat nichts mit Alter zu tun, sondern mit Neigung: Hat jemand Lust auf Abläufe, auf IT, auf Werkzeuge? Ich bin in meinem Unternehmen der Älteste – und trotzdem der Innovationstreiber. Du kannst so jemanden sogar gezielt einstellen: drei Viertel des Jobs das normale Geschäft, ein Viertel Innovation. Gib ihm Verbündete mit, denn Widerstände sind normal – kein Mensch mag es, wenn Dinge anders werden.

Und Du? Du machst möglichst wenige Fachkraft-Aufgaben, ein paar Management-Aufgaben – und vor allem die Aufgaben, die nur der Unternehmer machen kann: Entscheidungen treffen, die Strategie festlegen. Dass Deine Prozesse funktionieren, ist Deine Verantwortung. Dass Du jeden einzelnen selbst baust, ist es nicht.

Wenn jede Verbesserung über Deinen Schreibtisch muss, ist Dein Schreibtisch der kaputteste Prozess im Haus.

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