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Am Unternehmen arbeiten ist kein Jahresend-Ritual

8. Januar 2026 · Olaf Rosenbaum · 2 Min. Lesezeit

Ich schätze, achtzig bis neunzig Prozent der Unternehmer nehmen sich keine Zeit, ihren Markt wirklich zu durchdenken. Sie haben denselben Input wie Du und ich – dieselben Gespräche, dieselben Magazine, dieselben Nachrichten. Aber die Synapsen werden nicht verbunden. Die eine Frage bleibt ungestellt: Was bedeutet das für mich?

Wie das konkret aussieht, zeige ich Dir an meiner eigenen Branche. Ich weiß seit Jahren, dass der Steuerberatermarkt implodieren wird – nicht explodieren, in sich zusammenbrechen. Die geburtenstarken Jahrgänge scheiden aus, und mit ihnen die Mitarbeiter. Gleichzeitig existieren die KI-Systeme, die die Finanzbuchhaltung – den größten Umsatzträger der Standardkanzlei – wegwischen werden, bereits. Sie sind nur noch nicht in der Fläche ausgerollt.

Aus diesem Wissen folgen Entscheidungen, keine Sorgenfalten: Ich habe meine Kanzlei vor zehn Jahren strategisch anders aufgebaut, den neuen Mietvertrag bewusst nur über fünf Jahre abgeschlossen, 2025 mich und meine Leute geschult und 2026 zu unserem KI-Jahr ausgerufen. Wenn die Veränderung meinen Markt massiv erreicht, sind wir längst fertig. Das ist Steuerbarkeit – und wer sie verliert, steht am Anfang jeder Krise.

Das Entscheidende: Diese Arbeit ist kein Ritual für die Tage zwischen den Jahren. In einem Satz: Nicht im Unternehmen arbeiten – am Unternehmen arbeiten. Nimm Dir dafür einen festen Termin, jede Woche, gern jeden Tag eine Stunde. Steh um fünf auf, guck aus dem Fenster, trink Kaffee und denk darüber nach, wohin sich Dein Markt entwickelt. Das ist nichts Ausgefallenes. Das ist Deine originäre Unternehmeraufgabe: zu prüfen, ob Dein Unternehmen in fünf Jahren noch existieren wird.

Wenn die Veränderung Deinen Markt erreicht, musst Du fertig sein – anfangen kannst Du dann nicht mehr.

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